Verlustprogressionen - Roulette Newsletter Ausgabe 14



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Warum platzen Verlustprogressionen?

Die Anwendungen von Progressionen beim Glücksspiel im Verlust ist in erster Linie ein psychologisches Phänomen. Es gibt im Grunde keinen einzigen Roulettespieler welcher sich nicht schon einmal an einer Satzsteigerung versucht hat. Die primären Faktoren sind gerade bei Neulingen die Unwissenheit über die Wahrscheinlichkeitsgesetze, bei den anderen sind es in erster Linie mangelnde Geduld und das Ignorieren der Wahrscheinlichkeitsgesetze.

Der Traum durch eine Satzsteigerung alleine einen Dauererfolg beim Roulette zu erzielen ist niemals beendet worden, und es gibt die verschiedenen mathematischen Konstruktionen die einmal gut und ein anderes Mal schlecht sein werden. Gerade der Neuling sollte wissen, daß eine Progression alleine für sich ohne einen guten Marsch mit großen Risiken und Gefahren verbunden ist, und er sollte die Ursachen kennen welche zu Platzern und dem totalen Kapitalverlust führen.

  • Das Maximum

    In allen Spielbanken gibt es eine Begrenzung für die Einsätze. Diese schwanken sehr. Es gibt beispielsweise Touch Bet Geräte bei denen die Spanne nur das 20fache beträgt (Minimum 10,-- Euro und Maximum 200,-- Euro). In den meisten Fällen aber ist die Spanne sehr viel größer.

    Gerade dem Neuling muß aber klar sein, daß dieses Maximum ganz alleine der Spielbank dient und diese schützt, ganz sicherlich nicht den Spieler. Das Maximum ist nur dafür geschaffen, daß der Spieler nicht (wenn er über grenzenloses Kapital verfügt) durch ein ewiges Verdoppeln seiner Einsätze am Schluß gewinnt. Er könnte beispielsweise die Martingale (Verdoppelung nach jedem Verlust 1-2-4-8 etc.) erfolgreich an jedem Tisch verwenden, und die Wahrscheinlichkeit eines Platzters wäre sehr gering, vorausgesetzt er hätte genügend Kapital. Diesem wird ein Riegel vorgeschoben, und durch das zusätzliche Verbot von Bandenspiel ist das Motiv eindeutig. Sie dürfen in Spielbanken nicht mit einem Partner dadurch versuchen das Maximum zu umgehen indem dieser bei Erreichen desselben mit Ihnen zusammen bei der nächsten Kugel setzt. Dadurch hätten Sie eine Progressionsstufe mehr erreicht als es Ihnen eigentlich von den Regeln her zusteht. Haben Sie drei weitere Mitspieler könnten Sie auch die nächste Stufe noch ausspielen. Das Maximum verhindert also einen wahrscheinlich positiven Abschluß solcher Progressionen und fördert dadurch natürlich den zwangsweise eintretenden Platzer.

    Ist das Maximum so angelegt, daß Sie 11mal mit der Martingale erhöhen können, so werden Sie bei einem Dauerspiel binnen weniger Tage erleben, daß Ihr gesamtes Kapital durch einen Platzer alleine durch das Vorhandensein des Maximums vernichtet wird. Irgendwann können Sie nicht mehr erhöhen, bei einem Verlust können Sie immer nur noch das Maximum legen. Das Ziel, mit einem Treffer alle Verluste zu tilgen ist unmöglich geworden. Sie benötigen viele Treffer um Ihr Kapital zurück zu erhalten. Ganz alleine das Maximum kann genügen um Ihnen den Totalverlust vorzuführen.

    Auch alle anderen Progressionsmöglichkeiten stoßen immer alleine schon im theoretischen Gedankengut an die Grenze eines möglichen Maximums. Dieses ist auch letztendlich mit ein Grund warum es so viele verschiedene Progressionsmöglichkeiten gibt. Aus der Angst vor dem Maximum heraus wurden schwache Progressionen entwickelt. Die steilen Steigerungsmöglichkeiten sind in der heutigen Zeit in der Anzahl sehr verdrängt worden. Ein sehr großer Vorteil der schwachen Progressionen liegt im kleinen Kapitalbedarf. Eine höhere Sicherheit ist nur relativ, denn auch viele kleine Platzer sind vergleichbar mit einem großem. Es ist eine Täuschung, denn das Sterben dauert nur länger.

  • Die mathematische Erwartungshaltung

    Das Maximum alleine ist nur ein Grund für das Platzen der Progressionen. Viele Spieler meinen, daß man eine Steigerung nur so geschickt wie möglich ausarbeiten müsse, je komplizierter umso größer ist das Vertrauen in eine Progression. Dabei wird völlig vergessen, daß man ohne einen geeigneten Marsch mit einer Satzsteigerung alleine absolut nichts gewinnen kann auf die Dauer gesehen. Im Grunde ist die Verwendung nur von einer Progression vergleichbar mit einer Brechstange. Der Schaden, der damit angerichtet wird ist oftmals größer als der Erfolg den man vermutet hat. Auf dem Papier sieht alles sehr vielversprechend aus, und da die meisten Roulettespieler leider irrtümlich mehr der Therorie als der Praxis vertrauen, ist es meistens schon zu spät, wenn auf einmal im Casino der Platzer schon nach kurzer Zeit auftritt und die Verwunderung umso größer.

    Es gibt selbstverständlich Progressionen mit einem Kapitalbedarf von 500 Stücken welche jeden Tag 10-20 Stücke abwerfen. Dieses kann sogar monatelang andauern. Doch dann treten binnen einer einzigen Woche gleich 3 oder mehr Platzer hintereinander auf, der ganze Gewinn von Monaten ist innerhalb weniger Tage verspielt und natürlich auch durch den letzten Platzer das gesamte eigene Kapital. Man hat sich doch niemals um irgendeinen besonderen Marsch gekümmert, schon nach einigen Tagen hatte man das Gefühl, daß die Progression von ganz alleine jede Situation meistert. Man wog sich in Sicherheit und war auf einmal in einem Bruchteil der Zeit wo vorher sich die vermeidlichen Gewinne angehäuft hatten vollkommen ruiniert.

    Lassen Sie sich niemals gedanklich dazu verführen, den sicheren Erfolg beim Roulette alleine durch eine Progression zu suchen. Wenn Sie keinen Marsch haben der zumindest eine winzige Überlegenheit hat, dann werden sich die Plus- und Minuskurven Ihrer Einsätze exakt so verhalten wie z. B. bei Schwarz und Rot. Immer wieder wird es so große Ausbrüche ins Minus geben, daß die Progression alleine durch diesen Umstand platzt. Je besser Ihr Marsch ist umso kleiner sind die Schwankungen, und das Risiko eines Platzers sinkt. Ohne die Verbesserung der mathematischen Erwartungshaltung durch einen geeigneten Marsch wird jede Progression durch die normalen Schwankungen platzen.

  • Zero

    Diese Zahl ist neben dem Maximum die größte Waffe der Spielbanken. Sie zwingt den Spieler im Grunde dazu, sein ganzes Spielverhalten an das Casino anzupassen, er ist immer passiv und muß reagieren obwohl alle glauben es sei umgekehrt.

    Gerade bei Progressionen kann das Auftreten der Zero zur Katastrophe werden und die Verantwortung für den Platzer tragen. Ein Beispiel: Der Spieler wählt die Martingale, verdoppelt also seinen Einsatz nach jedem Verlust um mit einem Treffer alle Verluste zu tilgen und zusätzlich einen Gewinn zu erzielen. An dem Tisch wo er spielt kann er durch die Minimum und Maximum Spanne 11mal setzen. Verliert er 12mal in Folge so ist er runiert. Das Spiel beginnt. Er verliert 8mal und muß nun in der 9. Stufe schon das 256fache seines Anfangseinsatzes setzen. Es erscheint Zero, und nach der Zero wird die Chance geworfen auf welcher er auch gesetzt hatte. Er bekommt seinen gesperrten Einsatz zurück, aber er hat immer noch das 255fache seines Anfangseinsatzes verloren, denn der kalkulierte einmalige Treffer ist alleine durch die Zero zerstört worden. Anstatt die Höhe des ersten Anfangseinsatzes als Gewinn verbuchen zu können ist der Spieler immer noch mit dem 256fachen im Minus, und er muß weiterspielen. Jetzt aber genügt schon ein 4maligen Verlieren in Folge um ihn vollkommen zu ruinieren und die Progression zum Platzen zu bringen. Das Erscheinen einer oder mehrerer ungünstiger Zeros kann jede Progression zum Platzen bringen.

    Hier wird nun oft versucht, mittels einer "Versicherung" diesen Zeroschaden zu umgehen. Von Anfang an oder bei höheren Stufen wird dann die Zero mit abgedeckt weil man dadurch diese Katastrophe umgehen möchte. Das Resultat dieses Zusatzspieles ist das brisante Ansteigen der einzelnen Stufen (denn die Zerostücke müssen auch mitprogressiert werden), und der Platzer welcher durch das Maximum oder die fehlende mathematische Erwartungshaltung entsteht, ist nur noch sehr viel größer. Ein Extraspiel auf die Zero bei Verlustprogressionen ist langfristig ein sehr kostspieliges und völlig unsinniges Unterfangen.

    Es gibt Versuche, die durch Zero entstandenen Verluste einfach zu ignorieren und später seperat in einer eigenen Progression auszuspielen. So schön das in der Theorie klingt umso gefährlicher wird dieses in der Praxis. Wenn man die Zeroverluste extra ausspielen möchte so hat man schon eine Progression begonnen ohne wirklich verloren zu haben. Man beraubt sich selber mehrerer Stufen, und es kann nur aufgrund von kleinen Zeroverlusten zu einem großen Platzer kommen, denn auch die durch eine Extraprogression ausgespielten Zeroverluste können wiederum beim Ausspielen auf ungünstige Zeros treffen.

    Die einzige vernünftige Möglichkeit wenn man im Besitz eines wirklich geeigneten Marsches ist, kann nur das Akzeptieren der Zero als Gegenchance sein. Betrachten Sie die Zero so als wäre Ihre Gegenchance erschienen, vom Buchungsaufwand bis hin zur Gestaltung Ihrer Satzsteigerung. Sie berauben sich damit einer Stufe Ihrer Progression, doch sind die Nachteile bei einem sehr guten Marsch gegenüber "Versicherungen" und anderen Notlösungen weitaus geringer.

  • Die persönliche Permanenz

    Dieser Faktor spielt leider allgemein beim systematischen Spiel und insbesondere bei Progressionen eine untergeordnete Rolle obwohl die persönliche Permanenz eine der ganz wenigen Achillesfersen des Roulettes darstellen kann.

    Der Zufall interessiert sich nicht dafür wie hoch Sie eine Chance belegen. Das habe ich durch Tausende von praktischen Einsätzen bewiesen und auch hinlänglich dokumentiert. Bei einem Progressionsspieler ist dieses nicht anders. Der Zufall speichert sehr wohl seine realen Gewinne und Verluste aber dieses nur in der Form von Plus und Minus, gewonnen oder verloren. Wie viel er gesetzt hat, dieses ist völlig uninteressant.

    Verlustprogressionen bringen in guten Strecken nur den Anfangseinsatz als Gewinn. Wenn es sehr ausgeglichen läuft so werden auch zusätzliche Gewinne produziert. Aber welcher Spieler macht sich schon Gedanken darüber wie es wirklich mit seiner persönlichen Permanenz steht? Wer auf seine Progression fixiert ist, der verliert die Übersicht über den tatsächlichen Verlauf seines Spiels.

    Ein Spieler hat beispielsweise eine schwache Progression mit einem Kapitalbedarf von 50 Stücken. Er kann damit ungefähr einen Ecart bewältigen wo die Gegenchance ca. 10 Würfe öfter kommt wie die gesetzte. Er beginnt das Spiel, und es läuft eigentlich sehr gut. Die Progression beginnt in den ersten Stufen mit 1-2-3 Stücken, und es kommt folgender Verlauf: + + + - + + - + - - + + - + - + + + + + - + - - + + + + Der Spieler gewinnt 17 Stücke, ist hoch erfreut und ahnt nicht die Gefahr. Was ist in Wirklichkeit geschehen?

    Der persönlichen Permanenz ist es egal, ob man durch das Setzen von 3 Stücken die beiden Verluste der verangegangenen Würfe wieder ausgeglichen hat. Für die persönliche Permanenz hat man 2mal verloren und 1mal getroffen. Nimmt man das ganze Spiel, so hat der Spieler 19mal getroffen und nur 9mal verloren. Die persönliche Permanenz steht für den Spieler an diesem Tag bei +10, und genau darin liegt die Schwäche einer Verlustprogression. Sieben von zehn Tagen verlaufen beim Roulette relativ ausgeglichen, und kein Spieler kann ersthaft erwarten, daß ein solcher Vorsprung in der persönlichen Permanenz an allen Tagen anhält. Es kann also durchaus geschehen, daß sich die persönliche Permanenz wieder beruhigt und dem Spieler nun viele Verluste einbringt. Da die Verluste als Minus aufgezeichnet bisher zudem nur isoliert oder maximal als Zweier aufgetreten sind, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß es nun längere Serien von Verlusten in der persönlichen Permanenz geben wird.

    Dieses kann eine Progression nun wie aus heiterem Himmel sehr anspannen, die nur natürlichen Verluste bringen unter Umständen eine enorme Anspannung an das Kapital. Was aber geschieht, dieses ist völlig normal. Das Problem ist nur, daß man nun mit immer höher werdenden Einsätzen diese Verlustwelle unter Umständen nicht auffangen kann. Die Progression platzt, und das ganze Kapital geht verloren obwohl man im Grunde an diesem Tag überhaupt nicht verloren hat! Man hat die Treffer mit kleinen Einheiten gewonnen und die Verlustwelle mit immer höher werdenden Einsätzen. Jeder weiß, daß kein Glück ewig anhält, aber durch den mathematischen Schleier der Progressionsstufen hat man das Wesen der persönlichen Permanenz nicht beachtet. Die Progression des Spielers welche einen Ecart von 10 überstehen kann ist nur daran geplatzt, daß die persönliche Permanenz von +10 auf 0 zurückgegangen ist an diesem Tag. Selbst kräftigere Progressionen können platzen, da es von +10 natürlich auch auf -10 gehen kann. Die persönliche Permanenz ist in vielen Fällen ein Grund dafür, daß eine Progression platzt.

    Gibt es eine Lösung? Zumindest gibt es eine psychologisch und auch begründet vernünftige. Sie beginnen mit viel Geduld erst dann mit der Progression wenn Sie auch von der persönlichen Permanenz her wirlich im Minus sind. So lange spielen Sie mit kleinen Einsätzen. Sie können auch nicht immer nur Pech haben. Das weiß jeder, der schon lange praktisch spielt. Die Tage wo Sie von +10 (persönliche Permanenz) auf +30 oder mehr kommen stehen in keinem Verhältnis zu den Tagen wo die Schwankungen kleiner sind und immer wieder der Nullpunkt (persönliche Permanenz) erreicht wird. Jede Rückkehr aber zum Nullpunkt in der persönlichen Permanenz von einem Plusstand aus ist für eine Verlustprogression unter Umständen eine Katastrophe. Verhindern kann man damit einen Platzer nicht, aber die Gefahr dafür mindern wenn man jeden Spieltag als eigene Einheit sieht und andere Grundbedingungen einfließen läßt.